Aktuelle Studie prophezeit Renaissance der Tante-Emma-Läden

Kiel MT 24.04.2013 – Kleine Lebensmittelgeschäfte werden wieder an Bedeutung gewinnen. Der persönliche Kontakt zwischen Käufern und Kaufleuten – insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels – wird an Wertschätzung zunehmen. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens KPMG und des GDI Gottlieb Duttweiler Institute, die sich mit der Zukunft des Einkaufens in Deutschland und der Schweiz beschäftigt haben. Auf der ermittelten Basis entwickeln die Verfasser vier Szenarien für das künftige Bild des Lebensmitteleinzelhandels und stellen zehn Thesen auf. „Die Studie bestätigt eindrucksvoll, dass wir mit dem Projekt MarktTreff bereits seit Jahren auf dem richtigen Weg sind”, sagt Hermann-Josef Thoben vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR).

Das Bild des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland und der Schweiz werde sich in den kommenden zwölf Jahren stark wandeln, heißt es in der jetzt veröffentlichten Marktanalyse. Während kleinflächige Geschäfte, Convenience-Shops und der Online-Handel gute Perspektiven haben dürften, sollten sich großflächige Supermärkte und Discounter auf härtere Zeiten einstellen. In die Studie flossen außer zahlreichen Daten Gespräche mit führenden Marktteilnehmern mit ein.

Wesentliche Ursachen für den zu erwartenden Umbruch im Lebensmitteleinzelhandel sind die Alterung der Bevölkerung, steigende Energiepreise sowie veränderte Ansprüche der Kunden an Gesundheit, Flexibilität und Internet-Anbindung. KPMG und GDI definieren vier Grundformen für den erfolgreichen Lebensmitteleinzelhandel der Zukunft:

  • Small Mart: Lokale Läden („Tante-Emma-Läden”) mit hoher sozialer und emotionaler Komponente, die zentral liegen und leicht zu erreichen sind.
  • Smart Mart: Technologisch gut vernetzte Kunden nehmen ihre individualisierten Produkte an Einkaufs- oder Abholstellen selber in Empfang.
  • All Mart: Große Läden, die bei niedrigen Logistikkosten ein umfangreiches und verändertes Sortiment anbieten, das konsequent auf Emotionalität ausgerichtet ist.
  • Call Mart: Online-basierte Ladenkonzepte, die aufgrund niedriger Logistikkosten Kunden mit einem hohen Anspruch an Funktionalität flexibel beliefern.

Dazu sagt KPMG-Partner Stephan Fetsch: „Auch Discounter dürften es wegen ihrer Funktion schwer haben, sich in einem der vier von uns identifizierten Erfolg versprechenden Szenarien wiederzufinden. Besser sehen die Perspektiven für kleinflächige Geschäfte und Convenience-Shops aus, die sowohl emotional wie auch funktional überzeugen können und nicht unter hohen Logistikkosten ächzen.”

Die Experten stellen zehn Thesen zur Zukunft des Lebensmitteleinzelhandels auf:

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